--- Ein Wort zum Rudelspaziergang ---

 

Der Rudelspaziergang ist ein fester Bestandteil meiner Arbeit, es stärkt das Rudelgefühl der Hunde.

 

Aber warum ist er ein so effektives Mittel für das harmonische Zusammenleben von Mensch und Hund ?


Das ruhige, ursprüngliche Laufen im Rudel ist eine äußerst natürliche Beschäftigung für einen Hund. Seine Vorfahren waren jeden Tag über viele Kilometer im Rudel unterwegs. Daneben spielten die Ruhezeiten und das Jagen (heute Füttern) die beiden anderen Bestandteile des Tages. Welpen wurden im Rudel von allen Älteren groß- und erzogen und wuchsen in das Rudel mit intakten sozialen Strukturen hinein.

 

Die Atmosphäre wird während des Rudelspaziergangs immer harmonischer und entspannter bis zur vollkommenen ausgeglichenen Einheit. Es entsteht ein verbindendes Wir-Gefühl, wie bei einem schönen Familienausflug. Alle Hunde reihen sich mit der Zeit in das Rudel ein, jeder hat seinen Platz und „Ärgermacher“ werden von mir, bzw. den anderen Hunden zurechtgewiesen. Hier zeigt sich auch die Führungsqualität des Hundehalters.

Die Hunde folgen ihm, vertrauen ihm und sind entspannt. Ein tolles Gefühl für Hund und Besitzer gleichermaßen.

 

Warum ist ein Rudelspaziergang so wichtig und entspannend für einen Hund?

 

Jedes Tier hat einen Platz in der Rudelgemeinschaft und lässt sich vom Rudelführer sicher dirigieren. Kein Hund hat die Last, die Verantwortung für sich oder andere übernehmen zu müssen. Er darf einfach nur mitlaufen und die Energie des Rudels aufnehmen. Da Hunde meist einzeln gehalten werden, führt dieses Gruppen-Erlebnis zur Stärkung des Sozialverhaltens mit Artgenossen. Ihr Hund lernt, sich vertrauensvoll am Rudelführer zu orientieren. Er wird während des gesamten Spazierganges ausgeglichener und reagiert nicht so intensiv auf seine Umwelt.

 

„Stellen Sie sich ein Orchester vor, in dem es keinen Dirigenten gibt. Niemand, der die Melodie, den Takt, die Lautstärke und die verschiedenen Einsätze vorgibt, an dem sich die einzelnen Musiker orientieren können. Es wäre Chaos für Ihre Ohren und eine Belastung für alle Beteiligten. Keine Harmonie, kein Spaß und keine Gemeinschaft. Ein guter Dirigent, der das Orchester leitet, ist hier die Lösung."

 

 

Was macht einen guten Rudelführer aus?

 

Ein guter Rudelführer benötigt ein besonderes Maß an Konzentration und ruhiger, positiver Energie. Er muss die Körpersprache eines jeden einzelnen Hundes lesen und bei Bedarf entsprechende Impulse geben können. Seine Haupt-Aufgabe besteht darin, in allen Situationen ausgeglichen und sicher zu sein sowie souverän zu reagieren. Unsicherheit, Ungeduld, Frust, Angst, Wut, Zweifel und Misstrauen sind zum Beispiel negative Energien, die Hunde verunsichern und mangelndes Vertrauen zum Rudelführer zur Folge haben. Auch zu viel Zuwendung und übertriebene Zuneigung können für den Hund eine schwache Energie sein. Hier muss der Mensch lernen, umzuschalten. Nur eine sichere, positive Energie schafft Vertrauen für den Hund. Positive Energien sind zum Beispiel innere Sicherheit, Geduld, Zufriedenheit, Vertrauen und Freude. Diesen Energien folgt der Hund gerne. Ein Hund, dessen Rudelführer nicht ruhig und bestimmt ist, dem er nicht vertrauen kann, wird versuchen, selbst die Leitung „in die Pfote“ zu nehmen, wodurch viele der bekannten größeren und kleineren Probleme im Alltag entstehen:

  • Der Hund zeigt einen schlechten Gehorsam
  • Der Hund ist nicht abrufbar
  • Der Hund klaut Essen
  • Der Hund knurrt seinen Besitzer an
  • u.v.m.

 

 

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